Mit Humor & Herz: Hospizbegleiterinnen auf der Messe „Leben & Tod“ in Bremen

Gastbeitrag von Jeannine Müller

Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen sowie eine hauptamtliche Koordinatorin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes, des Sozialwerk Meiningen gGmbH, machten sich auf den Weg nach Bremen, um die Messe „Leben und Tod“ zu besuchen.

Wer glaubt, hier geht es tieftraurig zu, der täuscht sich. Denn, so die Initiatoren der Messe „Es gibt ganz viel Leben vor dem Tod!“ So ertönt herzliches Lachen in den Messegängen, Harfenmusik und lebendiges Treiben machen LEBEN und TOD zu einer ganz besonderen Veranstaltung – voller Leben und Energie!

Ein aktuelles, praxisnahes Fortbildungsprogramm mit zahlreichen Fachvorträgen und ganz viel Fachliteratur runden das Ganze ab.

So berichten auch unsere Teilnehmerinnen: „Es war eine intensive Zeit voller spannender Fachvorträge, tiefgründigen Gesprächen und Momenten und - ja, auch das darf sein – viel gemeinsamer Freude.“

Stefanie Heß, ehrenamtliche Hospizbegleiterin, gibt in ihrem Bericht ein ganz persönliches, ehrliches und auch zum Nachdenken anregendes Feedback:

Am letzten Wochenende bin ich dem Tod begegnet. Schwarze Kutte, Sense, Messehalle. Surreal? Ein bisschen. Ich war in Bremen auf der Messe LEBEN UND TOD.

Im Rahmen meines Ehrenamts in der Hospiz- und Palliativbegleitung. Wir waren eine ziemlich illustre Frauengruppe, haben viel gelacht, viel geschaut, viel geredet. Und diese Messe machte ihrem Namen wirklich Ehre: Es ging um Leben und Tod.

Um den zauberhaften Trost-Tiger, Harfenmusik, Bücher u.a. zum Thema Wege durch die Trauer, tiergestützte Therapie, Bestattungsvorsorge, Organspende, Workshops und Vorträge, zum Beispiel über sogenannte Deadbots, digitale Trauer und Suizidprävention.

Und gleichzeitig hatte das Ganze erstaunlich viel Humor: auf Karten, auf T-Shirts und in diesen leicht schrägen Momenten, die das Thema Tod nicht kleiner gemacht haben, sondern menschlicher. Eine Mitreisende hat sich dort sogar eine Urne gekauft, mit der Idee, dass ihr Enkel sie bemalt. Kein Witz.

Und vielleicht war genau das das Beeindruckende: Da war nicht nur Schwere. Da war auch Lebendigkeit. Humor. Menschlichkeit. Direktheit.

Während im normalen Alltag über den Tod oft so gesprochen wird, als könnte man ihn durch Schweigen auf Abstand halten. - Kann man nicht. Aber man kann durch Schweigen viel verpassen. Gespräche. Abschiede. Wahrheiten. Zärtlichkeit. Prioritäten.

Ich glaube, der Tod macht das Leben nicht dunkler. Er macht es deutlicher. Er erinnert uns ziemlich unsanft daran, dass wir nicht ewig Zeit haben. Nicht für Vergebung. Nicht für Versöhnung. Nicht für später.

Nicht für das ständige Verschieben von dem, was eigentlich längst dran wäre. Für mich ist genau das auch eine Form von Selbstführung: sich der eigenen Endlichkeit nicht erst dann zu widmen, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Auf einer Karte dort stand sinngemäß: Über Sex zu reden macht nicht schwanger. Über den Tod zu reden, tötet nicht. Ich musste lachen.

Und ich dachte: Ja. Genau. Vielleicht täte es uns gut, etwas normaler über den Tod zu sprechen. Nicht morbide. Nicht pathetisch. Sondern menschlich. Wie ist das bei Ihnen? Sprechen Sie über den Tod?